Im Jubiläumsjahr 2019 feiert Thüringen 100 Jahre Weimarer Reichsverfassung mit der Unterzeichnung in Schwarzburg, 70 Jahre Grundgesetz und 30 Jahre Friedliche Revolution bzw. Grenzöffnung. Mit seinen zahlreichen Anknüpfungspunkten, den spannenden und authentischen Bezügen trägt gerade unser Landkreis damit eine besondere Verantwortung für das landesweite Programm im Rahmen des anstehenden Gedenk- und Jubiläumsjahres.

Seit 2016 begleitet das Bildungszentrum Saalfeld GmbH einen umfassenden Beteiligungsprozess, gefördert im Rahmen der Lokalen Partnerschaft für Demokratie Landkreis Saalfeld-Rudolstadt aus Mittel von „Demokratie leben!“. Die entstandene „Arbeitsgemeinschaft Region“ bündelt die Ideen der Denkorte, bietet Vernetzungstreffen und ermöglicht Qualifizierungen. In der sogenannten „Lenkungsgruppe“ initiieren die Akteure Projektschwerpunkte, besprechen sich in Fördermittelanträgen oder neuen Veranstaltungsformaten. Mit einem hohen Maß an Selbstverantwortung engagieren sich die Gremien für unsere Region – Selber machen! heißt daher das Motto.

Denkorte sind Gedenkstätten und Museen (z.B. das KZ-Außenlager LAURA, Grenzort Probstzella und das Grüne Band), Orte der Gemeinschaft (z. B. Lebensgemeinschaften Wickersdorf, Tonndorf), Erinnerungsorte (z.B. geschliffener Ebert-Gedenkstein Königsee, Kirchenruine und Wüstung Töpfersdorf) oder historische Persönlichkeiten (wie z.B. Goethe, Schiller, Fröbel). Auch die Landschaft der jeweiligen Orte spielt dabei eine große Rolle. In Planung ist deshalb auch ein Reiseführer unter dem Titel: „Lebendige Denk-Orte“. Er darf Lust machen, die eigene Heimat neu zu entdecken. Außerdem finden sich darin Denkorte und er porträtiert die dazu gehörigen Protagonisten.

Schloss Schwarzburg – Denkort der Demokratie

Am 12. Juni 2018 wurde die Plakette des Bundesprogramms Nationale Projekte des Städtebaus vor dem Hauptgebäude von Schloss Schwarzburg enthüllt. Sie steht symbolisch für 750.000 Euro Fördermittel, die von der Gemeinde Schwarzburg erwirkt wurden. Diese stehen der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten im Rahmen der anstehenden Maßnahmen für den nutzungsbezogenen Teilausbau des Schlosshaupt-gebäudes für das Projekt ‚Schloss Schwarzburg – Denkort für Demokratie’ zur Verfügung. Als Kandidat der Internationalen Bauausstellung (IBA) Thüringen war Schloss Schwarzburg eines von 24 Projekten deutschlandweit, die für das vom Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat und dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung aufgelegte Förderprogramm empfohlen wurden. Es fördert insbesondere Denkmalensembles mit bundesweiter Bedeutung und bauliche Kulturgüter von außergewöhnlichem Wert. Zusammen mit den Fördermitteln des Landes und Eigenmitteln aus dem Haushalt der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten werden somit ca. 2,2 Millionen Euro bereitgestellt. Dadurch ist zwar nicht die Gesamtsanierung des Schlossgebäudes sichergestellt, aber es können Teilbereiche wieder zugänglich und nutzbar gemacht werden.Die laufenden baulichen Maßnahmen lassen sich zwei Hauptzielrichtungen zuordnen, die auf dem vom Eigentümer der Anlage (Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten) vorgelegten Nutzungskonzept basieren: Dem Leitbild für die Fürstlichen Erlebniswelten (Zeughaus und Kaisersaal) sowie dem Leitbild für die Entwicklung eines Denkortes für Demokratie (Hauptgebäude). Unterschiede gibt es in den von den Akteuren verfolgten Intentionen und Einflussmöglichkeiten.Funktion des Bildungsortes Schloss Schwarzburg:

• Herstellung einer gemeinsamen Ebene des Dialogs und Handelns durch die darauf ausgerichtete Multifunktionalität der Räume
• Teilhabe: Anreicherung des lebendigen Demokratie-Archivs durch Teilhabe von Nutzern, Besuchern (analog und digital)
• Bildung: Angebote der Demokratiebildung überregional
• Vernetzung/Wissen: Konferenzen und Projekttreffen überregional

Nutzungsmöglichkeiten:

Bereits ab Sommer 2019 werden mit dem ehemaligen Ahnensaal und dem sogenannten Emporensaal ein Teil der Innenräume des Schlosshauptgebäudes im Rahmen von Baustellenführungen zugänglich sein. Bis 2021 sollen die Arbeiten so weit vorangeschritten sein, dass eine Erkundung von Teilbereichen des Schlosses möglich ist. Mittels eines Audiowalks können Besucher dann eine mehrschichtig erzählte Geschichte mit szenischen und dokumentarischen Elementen, die unmittelbaren Bezug zum aktuellen Aufenthaltsort nimmt, erleben.

Denkort Demokratie Schloss SchwarzburgCC BY-NC 2.0 Groundhopping Merseburg – Schloss Schwarzburg

Kontakt: Bildungszentrum Saalfeld GmbH
Dipl. Geogr. Annett Hergeth
Projektkoordination
Denkort(e) für Demokratie
AG Region

Telefon: 03671 6760-27
Mobil: 0152 5676 7627